Wer im Netz nach den Kosten für eine nachgerüstete Ambientebeleuchtung sucht, bekommt alles zwischen 30 und 2.000 Euro angezeigt. Beide Zahlen stimmen, sie beschreiben nur nicht dasselbe. Das eine ist ein Klebestreifen mit Zigarettenanzünder-Stecker, das andere ein fahrzeugspezifisches System, das sich über den Bordcomputer bedienen lässt. Dazwischen liegt der Bereich, in dem die meisten Werkstattaufträge landen. Evgeny Scherbach betreibt seit 2021 den Berliner Betrieb Deadperformance und hat sich auf genau diese Nachrüstung spezialisiert. Anhand seiner Preisliste lässt sich gut zeigen, wofür man eigentlich bezahlt.
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Drei Stufen, drei verschiedene Ergebnisse
Deadperformance arbeitet mit drei Paketen. Die Basisvariante kostet 650 Euro und deckt alle vier Türen ab, jeweils mit Lichtleiste, Türgriff und Ablagefach, dazu den Fußraum vorne und hinten. Gesteuert wird über eine hauseigene App, 64 Farben in zwei Zonen sind möglich, dynamische Effekte ebenfalls. Das Premiumpaket für 750 Euro erweitert das Ganze um Armaturenbrett oder Mittelkonsole und, wo das Fahrzeug es zulässt, um eine Bedienung über die Originalknöpfe.
Die dritte Stufe heißt OEM-Nachbau und beginnt bei 800 Euro. Hier wird kein Universalsystem verlegt, sondern eines, das für das jeweilige Modell entwickelt wurde. Mercedes, VW, BMW, Audi und Porsche sind die typischen Kandidaten. Das Licht läuft dann über den Bordcomputer, und es lassen sich Teile einbinden, die bei den ersten beiden Stufen außen vor bleiben: beleuchtete Lüftungsdüsen zum Beispiel oder 3D-Hochtöner mit Lichtring. Wer schon einmal in einer aktuellen E-Klasse gesessen hat, weiß, was gemeint ist.
Auf alle drei Pakete gibt Scherbach zwei Jahre Garantie. Jedes zusätzliche Licht außerhalb des Pakets kostet 50 Euro extra.
Warum 100 Euro zwischen Basis und Premium liegen
Die Differenz erklärt sich nicht über das Material, sondern über die Arbeit. Türverkleidungen sind vergleichsweise dankbar: Sie lassen sich abnehmen, der Lichtleiter wird in der Fuge zwischen Verkleidung und Dekorleiste geführt, die Verkleidung kommt wieder drauf. Beim Armaturenbrett sieht das anders aus. Dort sitzen Airbag, Lüftungskanäle und je nach Modell das halbe Infotainment. Die Demontage dauert länger, und wer hier schludert, hat später eine Blende, die nicht mehr sauber schließt.
Die Originalknopfsteuerung im Premiumpaket ist der zweite Kostenfaktor. Sie setzt voraus, dass das Fahrzeug ab Werk einen Schalter oder ein Menü für Innenraumlicht hat, an das sich das nachgerüstete System anschließen lässt. Scherbach schreibt deshalb ausdrücklich „wenn die Möglichkeit besteht“ in sein Angebot, und der Zusatz ist wörtlich zu nehmen. Bei einem älteren Kleinwagen gibt es diese Möglichkeit schlicht nicht, und dann bleibt es bei der App.
Was der OEM-Nachbau anders macht
Ab 800 Euro klingt für viele erst einmal nach viel Geld für Licht. Der Unterschied liegt in dem, was danach im Auto passiert. Ein fahrzeugspezifisches System spricht mit dem Bordnetz. Es kennt die Zündung, es dimmt mit dem Tacho, es reagiert auf Türkontakte, und es erzeugt keine Fehlermeldungen im Steuergerät. Beim Universalsystem hängt das Licht dagegen an einer eigenen Stromversorgung und einer eigenen Steuerung. Das funktioniert, aber es bleibt ein Fremdkörper.
Dazu kommt die Optik. Der OEM-Nachbau verwendet Bauteile, die den Werksteilen nachempfunden sind. Eine beleuchtete Lüftungsdüse wird nicht umgebaut, sondern gegen eine beleuchtete Version getauscht. Deshalb ist diese Stufe nach oben offen: Je mehr Originalteile ersetzt werden, desto höher der Preis. Wer nur die Türen und den Fußraum will, braucht diese Stufe nicht.
Die Kosten, die in keiner Preisliste stehen
Hier geht in der Beratung die meiste Zeit drauf. Ein Set für 40 Euro aus dem Onlinehandel ist nicht teuer. Teuer wird es, wenn die Verkleidungsclips beim ersten Versuch brechen, wenn das Kabel an Dauerplus hängt und die Batterie nach zwei Wochen Standzeit leer ist, oder wenn die Türverkleidung nach dem Zusammenbau klappert. Dann steht das Auto trotzdem in der Werkstatt, nur dass jetzt zuerst ausgebaut werden muss, was jemand anderes eingebaut hat.
Der zweite versteckte Posten ist die Garantie. Bei einem Selbsteinbau gibt es sie nicht. Fällt nach einem Jahr ein Segment aus, kauft man neu und baut neu. Zwei Jahre Garantie auf Material und Arbeit sind bei 650 Euro Einstiegspreis ein Argument, das man nicht wegrechnen sollte.
Was das Auto selbst mit dem Preis macht
Das Modell bestimmt den Aufwand stärker, als viele denken. Ein Fahrzeug mit vier Türen und einfachen Verkleidungen ist schneller fertig als ein Coupé mit rahmenlosen Scheiben und verklebten Zierleisten. Bei Deadperformance werden über 20 Marken bearbeitet, von BMW und Mercedes über Tesla und Hyundai bis Renault und Peugeot. Ob ein bestimmtes Auto in die Basis- oder in die OEM-Kategorie fällt, klärt sich in der Regel in einem kurzen Gespräch vorab, mit Foto vom Innenraum oder direkt in der Werkstatt in der Marzahner Straße.
Wann sich welches Paket lohnt
Eine kurze Einordnung, die sich aus den Gesprächen in der Werkstatt ergibt: Wer ein Auto fährt, das ab Werk gar keine Ambientebeleuchtung kennt, und einfach abends ein angenehmes Licht in den Türen haben will, ist mit der Basisvariante gut bedient. Wer das Cockpit mitnehmen möchte und die Bedienung über das Handy stört, nimmt Premium. Und wer ein Fahrzeug fährt, bei dem der Hersteller das Lichtpaket als Sonderausstattung angeboten hätte, sollte sich den OEM-Nachbau ansehen. Da fühlt sich das Ergebnis am Ende so an, als wäre es beim Kauf schon dabei gewesen.
Ob diese Einteilung in der Praxis aufgeht, lässt sich an den 175 Google-Rezensionen ablesen, die Deadperformance bei 5,0 Sternen halten. Über den Preis sagen die nichts. Darüber, ob Kunden hinterher das bekommen haben, was vorher besprochen war, schon.
Fazit
Ambientebeleuchtung nachzurüsten kostet im Fachbetrieb zwischen 650 und gut 1.000 Euro, abhängig von Zonen, Steuerung und Fahrzeug. Die Preisstufen bei Deadperformance sind nachvollziehbar aufgebaut, weil sie nicht nach Lichtmenge staffeln, sondern nach Aufwand und Integration. Wer sich unsicher ist, welche Stufe passt, sollte vor dem Kauf eines Sets erst einmal anrufen. Das ist billiger als der Umweg über die Bastellösung.
Deadperformance
Evgeny Scherbach
Marzahner Straße 34
13053 Berlin
Telefon: +49 151 57712868
E-Mail: info@deadperformance.de
Web: www.deadperformance.de
